Wallfahrts- und Förderverein St. Hermann

PNP Zeitungsbericht vom 15.06.2023

Frühjahrskonzert am 04. Juni 2023 um 18.00 Uhr in St. Hermann.

Bischofsmais St. Hermann :

Klingender Frühlingsstrauß

Konzert des Wallfahrts- und Fördervereins St. Hermann in der Wallfahrtskirche

 

Bischofsmais. Zum „Bunten Frühling“ hatte der Wallfahrts- und Förderverein Sankt Hermann um seinen Vorsitzenden Franz Hollmayr jüngst in die Wallfahrtskirche St. Herrmann geladen. Und tatsächlich machte das in diesem Frühjahrskonzert dargebotene, von Helmut Wengler gewohnt bedacht zusammengestellte und überaus gefällige Programm dem ausgegebenen Motto alle Ehre. 
Wengler hat es sich ja auf die Fahnen geschrieben, durch spezielle Themenvorgaben die verschiedensten Musikrichtungen inklusive deren jeweiliger „Fangemeinden“ zusammenzuführen. „Besinnlich – Waidlerisch g’sunga und g’spuit – Die Liebe ist die stärkste Kraft“ hießen die drei Themenblöcke, die Wengler diesmal zu einem klangvollen farbenfrohen Frühlingsstrauß gebunden hatte. Beim bunt gemischten Publikum in der proppenvollen Wallfahrtskirche fand dieses Konzept großen Anklang. 
Bunt gemischt war auch die Riege der ausnahmslos heimischen Mitwirkenden, die ohne Gage rein zugunsten der Wallfahrtskirche aufspielten. Da war zum einen das Klarinetten-Duo Teresa & Julia, bestehend aus zwei noch recht jungen Damen, die durch ihr ausgewogenes Zusammenspiel überzeugten. Schon richtige „alte Hasen“ und seit Jahrzehnten stets eine musikalische Bereicherung sind dagegen die Mitglieder der Familie Weiderer, die in wechselnden Besetzungen vom Solisten bis zum Trio landlerisch ihre behenden Finger über die Saiten ihrer Harfen streichen ließen. 
Die zwei g’standenen Mannerleut’ von „Waidlerschneid“, die sonst üblicherweise im Bierzelt für Stimmung sorgen, bewiesen „unplugged“ mit Akkordeon, Akustikgitarre und harmonischem Zwiegesang, dass ihnen auch die leisen, beschaulichen Töne keineswegs fremd sind. Helmut Wengler mit seiner kraftvollen Tenor-Lage stimmte ebenfalls einige Lieder an. Einfühlsame Begleiterin am Klavier war an diesem Konzertabend Tanja Wenzl . 
Sonja Stündler schließlich war das Multitalent in der Runde. Sie spielte gekonnt Orgel und Klavier, sang wahlweise solo (wobei sie sich teils sogar selber mit dem Piano begleitete) oder im Duett mit Wengler, und zeichnete als Mitorganisatorin der Veranstaltung verantwortlich. Ihr strahlendes Präludium von Johann Sebastian Bach an der Orgel zum Auftakt bereicherte die vorgegebenen Programmblöcke gewissermaßen noch um das Thema „Festlich“.
„Musik begleitet das Leben von uns Menschen und berührt uns auf unerklärliche Weise“, sagte Pfarrer Paul Ostrowski in seiner Begrüßungsrede. Musik und christlicher Glaube seien seit jeher verbunden, auch wenn sich die Geschmäcker wandeln. Musik sei eine Universalsprache, die jeder verstehe, weil sie das Herz tiefer anrege als Worte alleine es könnten. 
Den „besinnlichen“ Teil eröffnete Helmut Wengler passend zu dem sakralen Ort mit dem ergreifenden Gebet „Herr, den ich tief im Herzen trage“ von Ferdinand Hiller. Sonja Stündler hatte sich danach mit „Meine Seele ist stille in dir“ (Klaus Heinzmann) ein bewegendes Psalmlied aus dem neuen Gotteslob ausgesucht. 
Fein gab das Klarinetten-Duo das „Andante grazioso“ aus Mozarts Klaviersonate Nr. 11 (I. Satz) sowie ein Duett im fließenden 6/8-Takt zum Besten. Das Harfentrio Weiderer ließ aus seinen Engelsinstrumenten in himmlischem Wohlklang zwei zarte Landlerweisen herausperlen. „Zum Beten geh i in die Berge“ bekundete schließlich noch Waidlerschneid – und lieferte damit gleichzeitig die Überleitung zum „Waidlerisch g’sunga und g’spuit“. Allerdings sorgten da Leonard Cohens Ballade „Halleluja“ und Bette Midlers Hymne „The Rose“ auf dem Programmzettel bei manchem erst einmal für Verwunderung. In Sonja Stündlers brillanten waidlerischen Textversionen hatten jedoch auch jene beiden Pop-Klassiker in diesem Block ihre Daseinsberechtigung.
Seine Freude über das herrliche Leben im Woid besang Helmut Wengler mit Helmut Zöpfls Gedicht „Um de Zeit lieg i gern im Gras“ in einer Vertonung von Ernst Kutzer. Das Duett Stündler/Wengler lieferte zudem mit einem Spezialtext zu „Wißt’s wo mei Hoamat is“ noch eine Hommage an ihr geliebtes „Bischofsmoas“. Waidlerisch beseelt spielte die Familie Weiderer mit ihren Harfen zwei zarte Weisen im langsamen Dreiermetrum sowie einen schwungvollem Walzer auf. 
Waidlerschneid breitete inbrünstig sein „Waidlerherz“ aus und huldigte dem „Hoamatkircherl“ am Rachelberg. Das Klarinetten-Duo komplettierte diese Runde mit dem „Menuett in A-Moll“ von Johann Krieger. „Die Liebe ist die stärkste Kraft“ – daran ließen Teresa & Julia eingangs des dritten Blocks mit einer französischen Melodie keinerlei Zweifel.
Waidlerschneid wollten ihre Angebetete mit „Katharina i mog di“ gewinnen, und das Harfen-Duo spielte noch einen letzten Landler, ehe Helmut Wengler und Sonja Stündler mit dem Duett der Königskinder „Ach ich hab in meinem Herzen da drinnen“ aus der weniger bekannten Oper „Schwarzer Peter“ diesem letzten Teil und damit auch dem Frühlingskonzert abschließend die Krone aufsetzten.
Was folgte, waren tosender Applaus und stehende Ovationen für alle Mitwirkenden. Vom Fördervereinsvorsitzenden Franz Hollmayr gab’s als kleine Belohnung außerdem für jeden noch eine Flasche Wein, und für das Organisatorenteam Wengler/Stündler ein dickes Extralob. Eder und Ostrowski ihrerseits konnten sich am Ende über prallgefüllte Spendenkörbchen freuen, deren Inhalt der Wallfahrtskirche zugute kommen wird. 
Marion Wittenzellner

 
Cookie Consent mit Real Cookie Banner